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30.06.2016

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Sprache: Deutsch

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David Schmidhofer
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niederländisch

- Haus der Niederlande in Münster

Niederländisch


Niederländisch wird weltweit von 26 Millionen Menschen gesprochen. Die meisten davon entfallen auf die Niederlande (17 Millionen) und Belgien (6 Millionen). Niederländisch ist offizielle Amtssprache der Niederlande, Belgiens und der Europäischen Union. Das Sprachenkürzel für Niederländisch laut ISO-Norm 639-1 ist "nl".

Oft spricht man auch von "Holländisch" oder "Flämisch". Tatsächlich beziehen sich diese Ausdrücke jedoch auf Dialekte oder Dialektgruppen des Niederländischen. Flämisch bezeichnet die Dialekte, die in den belgischen Provinzen Westflandern und Ostflandern sowie in einem kleinen daran angrenzenden Gebiet in den Niederlanden gesprochen werden. Holländisch bezeichnet die Dialekte, die in den niederländischen Provinzen Nordholland und Südholland gesprochen werden.

Als westgermanische Sprache ist Niederländisch mit den Sprachen Deutsch und Englisch verwandt. Diese Verwandtschaft ist jedoch etwas weniger eng als zum Beispiel jene unter den skandinavischen Sprachen Schwedisch, Dänisch und Norwegisch. Eine Verstehensgemeinschaft besteht nur im Gebiet der niederländisch-deutschen Grenze.

Häufige Irrtümer

Vieles von dem, was man im deutschsprachigen Raum über Niederländisch zu wissen glaubt, ist nicht ganz richtig. Im Folgenden einige häufig vorkommende Irrtümer und Fehlschlüsse über die niederländische Sprache:


Inhalt:
- "Niederländisch ist ein deutscher Dialekt"
- "Niederländisch ist eine kleine Sprache"
- "Belgien ist französischsprachig"

"Niederländisch ist ein deutscher Dialekt"
Die Unterscheidung zwischen Dialekt und Sprache hängt wissenschaftlich betrachtet von verschiedenen Kriterien ab. Oft geht es hier nicht nur um die tatsächlichen Unterschiede zur Standardsprache, sondern auch um die Frage, ob die Sprache eine eigene Schriftsprache verwendet, ob sie in einem Land als eigene Amtssprache geführt und verwendet wird usw. So kommt es, dass heute oft von verschiedenen Sprachen die Rede ist, obwohl es zwischen diesen Sprachen eine so genannte Verstehensgemeinschaft gibt, das heißt obwohl sich die Sprecher der beiden Sprachen mühelos miteinander unterhalten können. Verstehensgemeinschaften gibt es etwa zwischen Dänisch und Norwegisch, Tschechisch und Slowakisch oder Russisch und Weißrussisch.

Vielleicht entstand deshalb die häufige Meinung, Niederländisch könne auch als deutscher Dialekt bezeichnet werden. Eine enge Verwandtschaft zum Deutschen ist ja auch nicht zu bestreiten. Dennoch, Niederländisch ist in jeder Hinsicht eine eigene Sprache. Und keineswegs nur deshalb, weil es etwa eine andere Schriftsprache verwendet oder in den Niederlanden und Belgien Amtssprache ist. Die Qualifizierung von Niederländisch als eigene Sprache hat handfeste sprachwissenschaftliche Gründe. Ebenso wie Deutsch und Englisch ist Niederländisch eine westgermanische Sprache. Doch anders als Hochdeutsch, ist das heutige Niederländisch ein Produkt aus fränkischen und sächsischen (niedersächsischen) Einflüssen. Eine Verstehensgemeinschaft des Niederländischen besteht nur mit niederdeutschen Dialekten, nicht aber mit der hochdeutschen Standardsprache. Zweifellos ist Niederländisch bei alledem aber jene Nationalsprache, die die stärkste Verwandtschaft zum Deutschen aufweist.


"Niederländisch ist eine kleine Sprache"

Wenn man die Sprachen in große und kleine Sprachen einteilt, wird man eher dazu neigen, Niederländisch der letzteren Gruppe zuzuteilen. Dabei sollte man aber nicht vergessen:

- Weltweit gibt es etwa 6500 lebende Sprachen.
- Davon werden nur etwa 35 Sprachen häufiger als Muttersprache gesprochen als Niederländisch.
- Niederländisch wird von 26 Millionen Menschen gesprochen.
- Niederländisch hat in 5 Ländern offiziellen Status.

Betrachtet man diese Tatsachen, erscheint es angebracht, Niederländisch eher als mittelgroße Sprache zu bezeichnen. Oder, wie man im niederländischen Sprachraum gerne sagt: Niederländisch ist die größte der kleinen oder die kleinste der großen Sprachen.


"Belgien ist französischsprachig"

Durch die belgische Geschichte zieht sich bis weit in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Dominanz der französischen Sprache gegenüber dem Niederländischen. Das Königshaus, die Politik und überhaupt die gesamte Oberschicht des Landes waren frankophon. Und das obwohl seit jeher die Niederländischsprachigen in der Mehrheit waren.

Heute hat sich die Situation geändert. Man hat zur Kenntnis genommen, dass 6 Millionen Niederländischsprachigen nur 4 Millionen Französischsprachige entgegenstehen. Es ist eine Selbstverständlichkeit geworden, dass das Königshaus zweisprachig sein muss. Belgischer Premierminister wird nur, wer beide Sprachen perfekt beherrscht. Meistens ist es ein Flame. Wer auf Jobsuche ist und nicht beide Sprachen spricht, der hat im öffentlichen Dienst genauso wie in großen Unternehmen schlechte Karten.

Auch im Alltag ist diese Zweisprachigkeit sehr auffallend. Vom Brüsseler Straßenschild über Informationsbroschüren bis hin zu Webseiten mittlerer und großer belgischer Unternehmen - alles ist zweisprachig. Die Gleichberechtigung der Sprachen Niederländisch und Französisch ist in Belgien ein großes Thema und wird bis ins kleinste Detail geplant.